Wichtige Hilfe für Betroffene

Jährlich erkranken deutschlandweit 2000 Kinder an Krebs. Die neunjährige Pia aus Unterhaugstett ist eine von ihnen. Die Diagnose Morbus Hodgkin oder Lymphdrüsenkrebs im Frühjahr 2020 hat sowohl bei Pia wie natürlich auch bei ihrer Mama Stephanie Sandmann, dem kleinen Bruder und bei den Großeltern für Ängste, Zweifel und Ungewissheit darüber gesorgt, wie es weitergeht und ob wieder alles gut wird.

Nach den Therapien in der Kinderklinik Tübingen sah es tatsächlich so aus, dass Pia wieder ganz gesund ist. Im März dieses Jahres jedoch die erneute Hiobsbotschaft: der Krebs ist zurück. Pia musste wieder nach Tübingen. Mit mehreren einwöchigen Behandlungen und zuletzt im Juli mit einer Stammzelltherapie und vierwöchigem Klinikaufenthalt wurde dem Rezidiv Paroli geboten. Zum Glück konnte ihre Mama in der Zeit der Behandlungen bei ihr sein, sie hatte auch ein Bett in Pias Krankenzimmer. Stand heute ist Pia über den Berg und die Prognosen sind sehr gut, dass der Krebs jetzt besiegt ist. Wir treffen das Mädchen und seine Mama zwischen lauter Tannenbäumen, die fast wie ein kleiner Weihnachtswald wirken, beim Weihnachtsbaumverkauf Wolfangel der Großeltern von Pia in der Unterhaugstetter Ortsmitte.

Mit dabei ist Susanne Ammann, die im Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen seit vielen Jahren ehrenamtlich mitarbeitet und Ansprechpartnerin im Kreis Calw ist. Der rein spendenfinanzierte Förderverein macht es sich seit 39 Jahren zur Aufgabe, den krebskranken Kindern und ihren Familien über die medizinische Behandlung in der Tübinger Kinderklinik hinaus Hilfe und Unterstützung zu leisten.

Pia fand es zum Beispiel gut, dass sie im Förderverein eine Ansprechpartnerin hatte, mit der sie ihre Schulaufgaben in den wichtigsten Fächern Deutsch und Mathematik machen konnte. Sie fand die Späße der Klinik-Clowns sehr lustig, auch wenn diese wegen Corona nur vor den Fenstern herumkaspern durften. Auch die Musiktherapie war eine willkommene Abwechslung, wie sie uns erzählt. „Manches Angebot des Fördervereins war wegen Corona natürlich gestrichen, aber der Verein leistet trotzdem wichtige Hilfe für uns Betroffene“, findet auch ihre Mutter Stephanie. Sie konnte im August 2020 mit ihren Kindern und zusammen mit den Großeltern in der vom Verein angebotenen Ferienwohnung bei Überlingen am Bodensee einen erholsamen Urlaub verbringen. Und dieses Jahr im Herbst nochmal ein paar Tage für einen Reiturlaub mit Pia, den sich das aufgeweckte Mädchen sehr gewünscht hat. Die Wohnung wird dem Verein seit 2011 zur Verfügung gestellt von einem Ehepaar, das damit dem Verein für die Hilfen während der Krankheit ihres eigenen Kindes danken möchte, wie Susanne Ammann zu berichten weiß.

Schon einmal haben Sorgen um ein geliebtes Familienmitglied und Trauer die Familie begleitet. Pias Papa ist vor wenigen Jahren an Krebs gestorben.  Auch wenn es seit dem Frühjahr 2020 wieder ein Auf und Ab zwischen Hoffen, Bangen und Zuversicht gab, denken Pia und Mama Stephanie zusammen mit den Großeltern Wolfangel auch an andere Familien, die ähnliche Herausforderungen durchzustehen haben. So haben sie im vergangenen Jahr schon Spenden gesammelt für den Tübinger Förderverein im Rahmen ihres Weihnachtsbaumverkaufs und tun das auch in dieser Saison wieder. Bisher kamen schon 1000 Euro zusammen und wurden dem Verein überwiesen. Die Spendenbox ist weiterhin aufgestellt an der Hütte zwischen den Weihnachtsbäumen, zeigt uns Pia. „Wir haben den Verein gebeten, unsere Spende für neue Matratzen in der Ferienwohnung einzusetzen, das waren nicht mehr die besten“, sagt Stephanie Sandmann. So können künftige Gastfamilien in der Ferienwohnung wie sie selbst wieder besser schlafen.

Pia interessiert sich für alles, was mit dem Weltall, dem Universum zusammenhängt, und zwar nicht nur für Sterne und Planeten, sondern auch auf einer kindlichen spirituellen Ebene. „Sie hat ein sehr schönes Gedicht über das geschrieben, was vom Weltall her zu uns kommt“, erzählt Großvater Fritz Wolfangel, „und sie hat es uns zusammen mit ihrem Bruder vorgetragen“. Öffentlich machen möchte Pia es nicht, das Lob des Opas macht sie jedoch stolz, verraten ihre Augen. Die glänzen ebenfalls, als der berichtet, dass „Pia auch eine Imkerin ist“ und den Opa bei der Arbeit mit den Bienen tatkräftig unterstützt.

Autorin & Fotografin: Jeanette Tröger (Schwarzwälder Bote)

Pia bei der Spendenübergabe

Mit ihrer Mama Stephanie Sandmann (re.) und Susanne Ammann vom Förderverein für krebskranke Kinder in Tübingen (li.) freut sich Pia (9 J.) über die positiven Prognosen ihrer Ärzte.

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