Staufer-Medaille für Vorsitzenden A. Hofmann

Im Rahmen einer Feierstunde ehrte das Land Baden-Württemberg den Vorsitzenden des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen, Anton Hofmann, mit der Staufermedaille.

Diese Auszeichnung ist eine besondere, persönliche Ehrung des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, für Verdienste um das Land und wird nur sehr selten vergeben. Anton Hofmann, der unter anderem 16 Jahre lang als Schulleiter die Geschichte des Rottenburger Sankt-Meinrad-Gymnasiums prägte, übernahm nach seiner Pensionierung im Jahr 2015 das Ruder »des etwas in Seenot gekommenen Schiffs« des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen und »führte es wieder in ruhige Fahrwasser«, wie Beiratsmitglied Reinhard Hamburg während seines Grußwortes erwähnte. 

Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher, der für diesen hochoffiziellen Anlass sogar mit Amtskette unterwegs war, hob hervor, dass er sich besonders freut, dem Geehrten für sein vielfältiges schulisches und soziales Engagement die Staufermedaille überreichen zu dürfen. Die Medaille selbst ist nicht besonders groß oder gar protzig und auch die dazugehörige Urkunde, in der Ministerpräsident Kretschmann seinen Dank und seine Anerkennung für die Verdienste der Geehrten zum Ausdruck bringt, ist von schwäbischer Bescheidenheit gezeichnet. Doch die Verleihung der Medaille selbst ist eine außerordentliche Wertschätzung des langjährigen Engagements des Geehrten und hatte in diesem Fall sogar Strahlkraft bis nach Berlin. Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration und seit rund einem Jahr Botschafterin des Fördervereins, hielt persönlich die Laudatio auf »den Rentner, der für sich eine sinnvolle Beschäftigung fand und deshalb nicht ständig überlegen muss, in welches Café er heute gehen soll«, wie Neher scherzhaft in seiner Begrüßung anmerkte.

Die Staatsministerin freute sich zum einen, eine so große Festgesellschaft im Foyer der Festhalle begrüßen zu dürfen und zum anderen, dass einem leidenschaftlichen Pädagogen und Kämpfer, der in jahrelanger Schaffenskraft und Hingabe um das Wohl von jungen Menschen gearbeitet habe, diese hohe Auszeichnung verliehen wurde. Sie selbst durfte die Medaille später nicht übergeben, da sie als Vertreterin der Bundesregierung das Land Baden-Württemberg nicht repräsentieren kann. Dafür hob Widmann-Mauz die Meilensteine aus dem Leben von Anton Hofmann hervor und nannte den Geehrten einen »Mann des Dialogs.« »Sie schaffen es immer wieder, Eigensinn in Gemeinsinn zu verwandeln«, stellte Widmann- Mauz fest und machte klar, dass sich Nächstenliebe und Engagement nicht von oben herab verordnen lassen. »Dazu muss man berufen sein und nur aus den Puzzleteilen der gelebten Menschlichkeit entsteht ein Stück bessere Gesellschaft «, sagt die Ministerin. 

Horst Simschek, stellvertretender Vorsitzende und geschäftsführender Vorstand des Fördervereins, der als ehemaliger Rektor des Eugen- Bolz-Gymnasiums lange Jahre auch in beruflicher Hinsicht mit dem Geehrten, den er als seinen Freund bezeichnet, zusammenarbeitete, geht nun in kongenialer Weise mit Anton Hofmann den mitmenschlichen Weg, um das Leid der an Krebs erkrankten Kinder und deren Eltern leichter zu machen. »Danke, dass du mich von der Straße in dein Team geholt hast«, rief Simschek dem neuen Träger der Staufermedaille zu, mit dem er so manche Schlacht um die Spendengelder schlägt. 800 000 Euro waren es allein im vergangenen Jahr, die der Förderverein an die Klink überweisen konnte. 

Der Geehrte selbst, der all seinen Weggefährten, doch vor allem seiner Frau Maria, für ihr freundliches Mitmachen bei dieser psychisch manchmal belastendenden, doch immer bereichernden Aufgabe dankte, stellte seinen Wortbeitrag unter den Überbegriff »Humanitas« und wertete die Mitmenschlichkeit als Selbstverständlichkeit. Hofmann nahm die Auszeichnung nicht nur als Lohn für seine Arbeit an, sondern als Auszeichnung für all die Personen, die ihn bei dieser Aufgabe unterstützt haben, wie er abschließend sagte. Für seine Rede und natürlich auch für seine Lebensleistung erhielt er großen Applaus der rund 70 Gäste. 

Die Feierstunde, die von der Stadt Rottenburg ausgerichtet wurde, wurde musikalisch umrahmt vom Violinen-Duett Magdalen Schmitt und Tabea Shirazee des Sankt-Meinrad-Gymnasiums und ging nach dem offiziellen Teil mit einem kleinen Umtrunk in den gemütlicheren Teil über.

Autor: Peter Morlok, Schwarzwälder Bote
 

Staufer-Medaille für Vorsitzenden A. Hofmann

Staatsministerin Widmann-Mauz, Maria und Anton Hofmann sowie Stephan Neher (Bürgermeister Rottenburg) v.l.n.r.

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