Kinderleben retten durch Forschung

Die Mitglieder des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen trafen sich am 25. April 2019 zur jährlichen Mitgliederversammlung im Reinhold-Beitlich-Haus, dem Familienhaus des Fördervereins.

Die Mitgliederversammlung begann mit einem Bericht des Vorsitzenden Anton Hofmann über zentrale Entwicklungen und erfolgreiche Projekte des vergangenen Jahres. So führte der Förderverein wieder zahlreiche psychosoziale Angebote für die kranken Kinder und deren Familien durch. Sehr viele Angebote bestehen schon seit vielen Jahren wie z. B. das Mentorenprojekt,  der Trauergedenkgottesdienst, psychologische Beratungen im Elternhaus, die Musik- und Kunsttherapie, das Kochen auf Station oder verschiedene Freizeiten. Auch unterstützte der Verein die Kinderklinik Tübingen wieder in hohem Maße durch die Finanzierung von vielen Projekten, die den krebskranken Kindern aber auch den ganzen Familien vielfältige psychosoziale und medizinische Unterstützung bieten. Ferner erwähnte Hofmann die hohe Zahl von Übernachtungen von Eltern krebskranker Kinder in den beiden Häusern des Vereins im vergangenen Jahr.

Der Förderverein rief im Jahr 2018 aber auch einige neue Projekte ins Leben. So startete das Projekt „Ergänzende Therapien“, ein komplementärmedizinisches Zusatzangebot für Angehörige krebskranker Kinder in der Kinderklink, in der sich Eltern bei einer kompetenten Fachärztin darüber informieren können, welche zusätzlichen bzw. alternativen Behandlungsmöglichkeiten es als Ergänzung zu den klassischen Behandlungsmethoden noch gibt. Die Musiktherapie und das Mentorenprogramm wurden ausgeweitet. Außerdem startete das Projekt „Erinnerungsbuch für trauernde Eltern“. Das Projekt wird über ein Jahr lang gehen, ein Jahr, in dem betroffene Eltern ihrer verstorbenen Kinder in besonderer Weise gedenken können. Anders als in vorgefertigten und vorformulierten Alben können die Eltern in diesem Projekt ein ganz persönliches und individuelles Erinnerungsbuch gestalten. So kann jede Mutter oder jeder Vater sich selbst Raum geben für die eigene Beziehung zu dem verstorbenen Kind in Wort, Schrift, Bild, Illustration und Gestaltung. Zudem fand im Oktober 2018 erstmals eine Freizeit für trauernde Großeltern statt, die der Förderverein nun alle zwei Jahre anbieten möchte.

Als besonders erfolgreiche Veranstaltungen und Projekte im vergangenen Jahr hob Hofmann das Sommerfest im Elternhaus hervor, die Verleihung des Deutschen Nachsorgepreises 2018 an den Förderverein, die Entwicklung des Fördervereins im Bereich des Online-Marketings sowie verschiedene Benefizaktionen wie das Benefizkonzert des Akademischen Orchesters Freiburg oder den Tübinger Weihnachtsmarkt.

Marion Trieß, Schatzmeisterin des Fördervereins, gab anschließend einen ausführlichen Überblick über die strukturelle und finanzielle Situation des Vereins. Die Anzahl der Mitglieder blieb nahezu konstant. Die Auslastung der Häuser ist weiterhin sehr hoch und im Jahresvergleich sogar leicht angestiegen. Trieß hob außerdem die positive Einnahmeentwicklung durch Spenden hervor.

Hofmann berichtete im Anschluss von den aktuellen und kommenden Aktionen und Projekten des Vereins. Besonders wichtig ist dem Förderverein neben der psychosozialen Begleitung natürlich weiterhin die finanzielle Unterstützung der Forschung der Tübinger Kinderklinik, damit in Zukunft immer mehr Kinderleben gerettet werden können. Aus diesem Grund wurden Prof. Dr. Handgretinger vom Förderverein umfangreiche Forschungsgelder zugesagt.

Zudem konnten zwei neue Botschafter für den Förderverein gewonnen werden: die Politikerin Frau Annette Widmann-Mauz sowie die bekannten Brüder Tress aus Hayingen-Ehestetten.

Ein Highlight wird es im Herbst dieses Jahrs geben: die Station 14 der Tübinger Kinderklinik wird nach dem Förderverein sowie das KMT-Labor nach der Stiftung benannt. Anlässlich dieser Namensgebung wird in der Kinderklinik eine Feierlichkeit stattfinden. Am 14. September 2019 wird außerdem wieder das jährliche Sommerfest für alle Spender, Ehrenamtliche, Mitglieder sowie Interessierte im Familienhaus stattfinden.

Im Anschluss fanden die Wahlen des Vorstands, des Beirats und der Rechnungsprüfer statt. Frau Natascha Wolf scheidet nach langer Tätigkeit als Schriftführerin für den Förderverein aus dem Vorstand aus, ebenso Michael Röderer. Neu in den Vorstand gewählt wurden Herr Herbert Hettesheimer als Schriftführer und Johanna Notzon, die bereits vor einigen Jahren schon im Vorstand aktiv war, aber aufgrund eines dreijährigen Auslandsaufenthalts ausscheiden musste. Auch die Rechnungsprüfer Herr Funke und Herr Hamburger schieden nach langer Tätigkeit für den Förderverein aus. Neu gewählt wurden Prof. Dr. Peter Lang, stellvertretender Kinderklinikdirektor, sowie Herr Hermann Sambeth. Der Beirat wurde unverändert wiedergewählt.

Ein ganz besonderes Anliegen war es Hofmann zum Abschluss, allen Mitgliedern des Vorstands für ihr großes Engagement für den Förderverein zu danken. Derselbe Dank ging an die Mitarbeiterinnen im Elternhaus und im Familienhaus, die sich das ganze Jahr engagiert und einfühlsam um die Eltern kümmerten, die während der Kliniktherapie ihrer krebskranken Kinder in diesen beiden Häusern wohnten und so gewissermaßen eine Heimat auf Zeit fanden. 

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