Erinnerungsbuch für trauernde Eltern

Eine selbst mit Stoff und japanischem Papier bezogene Kassetten-Box, deren Deckel mit eigens geklöppeltem Herz und unsichtbaren Magneten die handgeschriebenen Seiten und den Schuber mit Andenken schützt, handgeschöpfte und außergewöhnlich gestaltete Papiere, liebevoll für ein ganz persönliches Vater-Tochter-Geschichtenbuch gesammelt und natürlich viele Fotos und Zeichnungen, Gedichte und Texte für und über die verstorbenen Töchter und Söhne.

Diese Unikate sind so einzigartig und besonders wie die Kinder, an die sie erinnern. Sie sind entstanden in unserem ersten Erinnerungsbuch-Projekt für trauernde Eltern. Die Schreibtherapeutin Sabine Stahl hat es konzipiert, unterstützt von der Tübinger Buchbinderin Susanne Mäckle, die den Teilnehmenden auf Wunsch mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn zum Beispiel jetzt noch der passende Umschlag und die Bindung ausgewählt werden müssen. Denn wegen Corona sind die Bücher nicht ganz fertig geworden – sofern ein solches Vorhaben überhaupt zu einem Abschluss kommen kann ...

Bei diesem besonderen kreativen Projekt treffen sich die trauernden Eltern vier Mal im Laufe eines Jahres. Sie haben Raum für ihre toten Kinder, können sich über ihre Ideen austauschen und inspirieren lassen. Auch dazwischen werden sie von Sabine Stahl mit Impulsen begleitet.
Denn Trauer ist ein Prozess: Was will ich bewahren, was auswählen? Was ist mir wirklich wichtig, welche Geschichte will ich aufschreiben? Möchte ich ein ganz privates Buch für mich gestalten oder möchte ich die Erinnerungen von anderen, den Kindern nahestehenden Menschen miteinbeziehen? Solche Entscheidungen brauchen Zeit. Zudem gibt es schier unendlich viele Möglichkeiten, ein Erinnerungsbuch zu gestalten. Auch das darf sich in Ruhe entwickeln, bis jede Mutter und jeder Vater weiß, wie das ganz eigene Buch aussehen soll.

Um alle Exemplare „fertig“ zu sehen, wünschen sich die Teilnehmenden nun eine weitere Zusammenkunft im kommenden Jahr, zu dem auch der Vorstand des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen e.V. eingeladen werden soll. Vielleicht sind bis dahin sogar noch mehr Bücher entstanden.

Geplant ist eine Fortsetzung dieses Projekts mit einer neuen Gruppe, Projekt Erinnerungsbuch II.

 

Jedes Buch sieht anders aus
Brief aus einem Erinnerungsbuch einer Mutter
Ein Erinnerungsbuch

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